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Josera Produkte für Rinder / Ratgeber / Ernährung / Wasser- viel mehr als nur ein Nahrungsmittel!

Wasser- viel mehr als nur ein Nahrungsmittel!

Trinkwasser ist für eine hohe Lebenseffektivität ebenso wichtig wie ausreichend strukturierte Rohfaser für die Pansenfunktion und ein abgestimmtes Verhältnis von Energie und Eiweiß in der Ration.

JOSERA Rind im Stall an der Tränke

Inhaltsverzeichnis

 

Wasser als Lösungsmittel

Als Lösungsmittel verdünnt Wasser den Speisebrei und fördert so dessen Durchmischung. Wasserlösliche Nährstoffe können sich aus der Nahrung lösen und absorbiert werden. Zudem sind zahlreiche Enzyme, welche die Nährstoffe aufschließen, nur im flüssigen Medium aktiv. Wasser erhöht somit die Fütterungseffizienz.
Der Flüssigkeitsgehalt des Darms bestimmt auch die Aktivität der erwünschten Darmflora. So stabilisiert Wasser die Darmgesundheit und damit auch die Abwehrlage des Organismus.
Stoffwechselendprodukte/Gifte erfordern eine Mindestmenge an Wasser, damit sie über die Nieren ausgeschieden werden können.

Elektrolyt- und Wasserhaushalt

Auch die über das Futter aufgenommenen Spurenelemente und Mineralstoffe werden im Körperwasser gelöst. Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphat, Sulfat, Chlorid erfüllen als Elektrolyte vielfältige Funktionen im Stoffwechsel. Sie ermöglichen u.a. durch spezielle Verteilungssysteme die elektrische Reizleitung der Nerven, die Herzfunktion und Muskelkontraktion. Ihre Aufgabe ist es aber auch, ausreichend Wasser im Körper zu halten, um über das Volumen den Kreislauf aufrecht zu halten. Ziel des Organismus ist eine ausgeglichene Bilanz von Zufuhr von Wasser über Tränke, Nahrung und Oxidationswasser aus dem Stoffwechsel und der Ausscheidung über Haut, Atmung, Kot, Urin, Milch. Zur Bildung von einem Liter Milch sind 4-5l Wasser erforderlich. Bei einer Milchleistung von 40kg werden bei Außentemperaturen von 27°C ca. 150 l Wasser benötigt. Gerade bei hohen Kraftfuttermengen hat die Ration einen hohen durchschnittlichen Trockensubstanzgehalt, so dass sich der Anteil der Wasserversorgung aus dem Futter verringert.

Wasser als Transportsystem

Im Körper befindet sich Wasser als Bestandteil des Blutes in den Blutgefäßen und als Lymphe in den Lymphgefäßen. Hier ist es wesentlicher Bestandteil eines Transportsystems für Sauerstoff, Zellen, Hormone, Enzyme, Nährstoffe, Immunglobuline, Stoffwechselprodukte etc. Über komplizierte hormonelle und neuronale Steuersysteme besteht ein kontinuierlicher
Auf-, Um- und Abbau von Substanzen und Strukturen mit einer optimierten Logistik: der richtige Baustein zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Aber auch jede Körperzelle enthält Wasser. Die Konzentration der darin gelösten Elektrolyte – bes. Kalium wird unter Energieverbrauch konstant gehalten. Nur so können die Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen.

Säure-Basen-Haushalt

Dies trifft auch für H – Ionen – Konzentration zu. Eine Ansäuerung (metabolische Azidose) des Organismus kann bei hohem Proteinangebot, insbesondere wenn im Hungerzustand körpereigenes Protein abgebaut wird, entstehen. Aber auch organische Säuren wie Lactat (Pansenazidose) oder Ketosäuren (Ketose) sowie phosphat- und sulfathaltige Nährstoffe führen zu einem Protonenüberschuss im Blut.
Bicarbonat dient als Puffer indem es sowohl Wasserstoff-Ionen als auch die im Eiweißstoffwechsel entstehenden Ammonium-Ionen (Harnstoffzyklus in der Leber) bindet.
Bei einer Azidose sinkt die Harnstoffsyntheserate in der Leber, um Bicarbonat einzusparen.

Thermoregulation durch Wasser

Auch die Körpertemperatur muss in engen Grenzen konstant gehalten werden. Sie schwankt um 37°, bereits ab 42° droht eine Denaturierung der Eiweiße. Wasser ist über Verdunstung über die Haut (Schweiß) und die Atemwege (beschleunigte Atmung) an der Thermoregulation beteiligt.

Wassermangel

Wassermangel führt zu Leistungsdepression, Bewegungsunlust bis hin zu Muskelkrämpfen und Festliegen. Da Wasser auch an der Bildung der Gelenkschmiere beteiligt ist, kann es auch dadurch zu Bewegungsunlust kommen.

JOSERA Rind auf der Weide stehend

Bei Wassermangel dickt sich das Blut ein, der Transport verlangsamt sich, Reaktionsprodukte, Abbauprodukte werden nicht mehr rasch genug dem Bedarf zugeführt oder abtransportiert und ausgeschieden. Zugleich hat das Herz einen höheren Energiebedarf, da es eine höhere Pumpleistung erbringen muss. Bereits eine latente Unterversorgung mit Wasser führt zu einer Kumulation der Stoffwechselprodukte, da sie nicht mehr ausreichend gelöst und ausgeschieden werden können. Hier bremsen sie den Stoffwechsel und damit die Leistungsfähigkeit aus und beschleunigen den Alterungsprozess der Zellen.

Wasserversorgung

Kühe und Nachzucht sollten ebenso zur Wasseraufnahme animiert werden, wie zur Futteraufnahme. Dabei spielen Zugangsmöglichkeit, Wassermenge und Wasserqualität und -temperatur eine wichtige Rolle. Verschmutztes Wasser belastet die Pansenflora und kann bei Kälbern Durchfall provozieren. Außerdem vermindert es ebenso wie hohe Eisen- oder Sulfatgehalte seine Akzeptanz. Die Temperatur sollte bei 20°C liegen.
Zweidrittel der Gesamtwassermenge wird innerhalb von 2 Stunden nach dem Melken aufgenommen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt nach der Futteraufnahme. Je nach Melk-und Fütterungssystem sind ausreichend Tränken (10cm Wassertroglänge je Kuh) so zu positionieren, dass sie für alle Tiere gut zugänglich sind und nicht in einer Sackgasse enden. Da die Kuh gerne in tiefen Zügen säuft (18-25l/min,) ist ein Wassernachlauf von mindestens 0,3l/ sek. erforderlich (in der Anbindehaltung mindestens 10l/min). Die Trogoberkante sollte max. 80cm betragen und die Füllhöhe so gewählt sein, dass das Tier (auch Kalb) als Fluchttier bei der Tränkeaufnahme seine Umgebung im Blick hat.

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