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Josera Produkte für Rinder / Ratgeber / Ernährung / Retten was zu retten ist – mit der richtigen Strategie die Futterknappheit managen!

Retten was zu retten ist – mit der richtigen Strategie die Futterknappheit managen!

Regional hat die langanhaltende Trockenheit zu hohen Ertragseinbußen bei Mais und Grünland geführt. Teilweise kam das Gräserwachstum nach dem ersten Schnitt zum Stillstand. Beim Silomais waren Bestände mit fehlenden Kolben oder geringer Kolbenausprägung die Folge.
Für betroffene Betriebe ist es jetzt wichtig, einen Futterplan zu erstellen, um rechtzeitig auf die Futterknappheit zu reagieren und auf potentielle Alternativen auszuweichen. Außerdem gilt es, das vorhandene Futter möglichst effizient zu nutzen.

Mögliche Strategien zur Reduzierung der Futterknappheit:

Tierzahl reduzieren

Hier ist es ratsam, in allen Altersstufen einzugreifen. Es sollten nur die Jungtiere im Bestand bleiben, die für die Remontierung notwendig sind. Alt- und Schlachtkühe, die ohnehin gemerzt werden sollen, müssen zeitnah den Betrieb verlassen. Anstehende Sanierungsprogramme können vorgezogen werden und so schneller für Entlastung sorgen. Überbelegungen müssen abgebaut werden.

Vorhandenes Grundfutter aufwerten

Begrenzte Grundfuttermengen und stark schwankende Qualitäten machen u.U. eine Überprüfung der Mineral- und Wirkstoffversorgung notwendig. Maislastige Rationen, aufgrund eines Mangels an Grassilage, haben einen deutlich geringeren ß-Carotin-Gehalt als grasbetonte Rationen. Da eine optimale ß-Carotin-Versorgung für die Fruchtbarkeit unumgänglich ist, kann es hier gerade in Zeiten verringerter Futteraufnahme (Transitphase) zu Engpässen kommen. Follikel haben ein Gedächtnis, was zur Folge hat, dass Fruchtbarkeitsprobleme nach einer Mangelsituatuion noch mehrere Wochen anhalten und die befruchtete Eizelle geringere Überlebenschancen hat.
Das gleiche gilt für Grassilagen mit einer Trockenmasse über 45%. In diesen Fällen ist eine ß-Carotinzulage bis zur nächsten Trächtigkeit empfehlenswert.
Wichtig ist eine optimierte Ausnutzung der Nährstoffe. Neben einer optimierten Ration, ist hier der Einsatz von DairyPilot für einen effizienteren Nährstoffaufschluss im Pansen zu empfehlen.

Grundfutter strecken und ergänzen.

Grundsätzlich gilt, das beste Futter für Frischmelker, Transitgruppe und Kälber bis 6 Monate zu reservieren. Die Ration sollte auch in Zeiten einer knappen Grundfutterverfügbarkeit zu mindestens 50% aus Grundfutter bestehen. Ein Kraftfutteranteil > 50% ist für den Pansen unphysiologisch und es kann zu Pansenacidosen kommen. Sind die Rationen bezüglich der Strukturversorgung riskant, sollten die Tiere zumindest immer Futter im Trog haben. Puffernde Substanzen können hier für etwas Entspannung sorgen.

Stroh - aktuell ein begehrtes Futtermittel

Aktuell werden die Rationen z.T. mit Stroh gestreckt. Wenn die Ration mit Stroh gestreckt wird, sollte nur gutes, geschnittenes Stroh verwendet werden. Ein zu hoher Strukturgehalt kann die Passagerate senken und damit auch die Futteraufnahme. Außerdem sinkt die Energiedichte der Ration, was mit der Milchleistung korreliert. Dies ist von besonderer Relevanz in der Transitgruppe und den Fressern. Hier muss die Ration eventuell mit Eiweiß und Energie ausgeglichen werden. Der Zusatz von Melasse / Glycerin kann die Schmackhaftigkeit verbessern und so die Futteraufnahmen positiv beeinflussen.

JOSERA Rinder im Fresständer fressend

Was geht noch?

Weiterer Schnitt Grassilage / Zwischenfrucht

Eventuelle Niederschläge in den nächsten Wochen machen u.U. noch einen weiteren Grünlandschnitt möglich. Hier ist darauf zu achten, dass der Kräuteranteil vermutlich höher sein wird als normal, da das Gras aufgrund der Trockenheit deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde. Oft war dieser Schnitt früher den Rindern vorbehalten. Dieses Jahr wird dieser Schnitt vermutlich auch häufig bei den Laktierenden im Trog zu finden sein. Es ist dann besonders auf die Trockenmasse, die Schnitthöhe und den Aschegehalt zu achten. Der Einsatz eines biologischen Siliermittels, wie Josilac classic, hilft die Silage vor Fehlgärungen zu schützen und erhält so den Futterwert eines in diesem Jahr knappen Guts. Gleiches gilt für Zwischenfrüchte. Hier ist auf Verluste durch Sickersaft zu achten, da beispielsweise Raps eine niedrige Trockenmasse aufweist.

Pressschnitzelsilage – eine Futterkomponente mit Nebenwirkung

Pressschnitzelsilage eignet sich als Maissilageersatz. Sie wird warm siliert und kann nach 6 bis 8 Wochen verfüttert werden. Bei Milchvieh sollten maximal 4 bis 5 kg TS bzw. 20 kg Frischmasse eingesetzt werden. Sie verbessert die Verdaulichkeit von Grassilage und Heu. Zudem vermindert sie Ammoniakemissionen durch eine bessere N-Nutzung. Der Milchharnstoff ist bei gleicher Leistung niedriger.

Biertreber – aus Erfahrung gut

Eine gute Ergänzung des Grundfutters mit diätetischer Wirkung ist auch Biertreber. Entweder als Folienschlauchsilage oder auf der Bodenplatte bei 40 °C silieren. Ab einer Temperatur von 20 Grad kann er nach ca. 4 bis 6 Wochen verfüttert werden. Um Sickersaftverluste zu verhindern, können, ebenso wie bei nassen Grassilagen, Trockenschnitzel mit einsiliert werden.

Fazit

Standortfaktoren und Kosten werden darüber entscheiden, welche Strategie für Ihren Betrieb die Richtige ist. Unbestritten ist der Vorteil biologischer Siliermittel. Diese können den Masseverlust in Silagen minimieren. Das vorhandene Grundfutter wird durch den Einsatz von DairyPilot optimal genutzt.

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