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Josera Produkte für Rinder / Ratgeber / Ernährung / Mykotoxine im Futter – was kann ich als Landwirt tun?

Mykotoxine im Futter – was kann ich als Landwirt tun?

Mykotoxine spielen bereits seit vielen Jahren beim Wiederkäuer eine wichtige Rolle. Sie sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen und können eine Gefahr für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Tier und Mensch sein. Welchen Schaden Mykotoxine anrichten und was Sie als Landwirt dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Was sind Mykotoxine?

In den vergangenen Jahren nimmt die Problematik hinsichtlich Häufigkeit und Intensität von Verpilzung (hauptsächlich Fusarien) in Getreide, vor allem Mais, zu. Die Auswirkungen können zu enormen wirtschaftlichen Schäden in der Tierhaltung führen.

Grundsätzlich sollten alle Möglichkeiten hinsichtlich der Vorbeugung gegen Schimmelpilzwachstum eingehalten werden:

  • ackerbauliche Maßnahmen nach guter fachlicher Praxis (z.B. Sortenauswahl, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz)
  • trockene Einlagerung des Ernteguts (max. 13 % Feuchte) oder Konservierung mit Siliermitteln oder Säure
  • mechanische Reinigung des Getreides (z.B. mittels Windsichter)
  • Belüftung und gegebenenfalls Kühlung
  • ständige Kontrolle und Überwachung der Lagerräume (Temperatur, Schädlinge, Feuchtigkeit)

DON (Deoxynivalenol) und ZEA (Zearalenon) sind die wichtigsten Fusarientoxine. Diese gelten als die wesentlichen Indikatoren, um das Niveau einer Mykotoxinkontamination abzuschätzen zu können. Mittels der ELISA-Methode kann bereits ab einem Kostenaufwand von ca. 25 € / Probe eine gute Auskunft über den Gehalt an DON getroffen werden. Sprechen Sie hierzu Ihren JOSERA Partner an.

Welchen Schaden können Mykotoxine anrichten?

Die Wirkung der Mykotoxine kann akut oder chronisch toxisch sein.

  • Akut: Symptome einer akuten Vergiftung mit Ochratoxin A (OTA) und Deoxynivalenol (DON) bei Tieren sind Nierenerkrankungen, Durchfall und Entzündungen der Schleimhäute.
  • Chronisch: Schädigungen durch DON, Zearalenon (ZON) und OTA äußern sich durch unspezifische Leistungsdepressionen. Ursachen sind eine verminderte Futteraufnahme, erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Fruchtbarkeitsstörungen durch die östrogene Wirkung von ZON

Ein schlechter gesundheitlicher Zustand der Tiere, häufiger Durchfall bei Kälbern, geringe Futteraufnahme und verminderte Fruchtbarkeit mit erhöhtem Embryonaltod, vermehrtes Vorkommen von Mastitis, erhöhter somatischer Zellgehalt der Milch und reduzierte Milchproduktion können aufgrund von Mykotoxinen auftreten.

Mykotoxine wirken hepatotoxisch und teratogen, d.h. sie schädigen die Leberzelle und die Frucht. Wiederkäuer sind zwar weniger empfindlich als Monogastrier gegenüber Mykotoxinen, dennoch haben Mykotoxine einen negativen Einfluss auf Gesundheit, Fortpflanzung und Milchleistung bei Kühen. Zearalenon wirkt negativ auf die Fortpflanzung. Trichothecene beeinflussen die Pansenflora und reduzieren dadurch die Futteraufnahme und die Milchproduktion.

Das Schadensbild kann bei Nutztieren meist relativ schnell (innerhalb ca. zwei Wochen) nach der Aufnahme auftreten:

Schaden:Verursacht hauptsächlich durch:
Futterverweigerung, Erbrechen, DurchfälleDeoxynivalenol (DON)
Leber- und NierenschädigungenAflatoxin (AFA), Ochratoxin A (OTA)
Schädigung des zentralen NervensystemsDeoxynivalenol (DON) T-2-Toxin, HT-2-Toxin
Haut- und SchleimhautschädenT-2-Toxin, HT-2-Toxin
Beeinträchtigung des Immunsystemsalle Mykotoxine
hormonähnliche EffekteZearalenon (ZEA)

Wie kommen Mykotoxine ins Futter?

1. Über Feldpilze

Feldpilze kommen natürlicherweise auf jeder wachsenden Pflanze vor. Die etablierten Arten und damit das Mykotoxinspektrum sind von der Nutzpflanzensorte, der Bestandsdichte und dem Entwicklungsstadium abhängig.

Fusarium ist die wichtigste toxinbildende Feldpilzgattung in den gemäßigten Breiten. Diese Gattung umfasst mehrere Arten, die unterschiedliche Wirtspflanzen befallen und verschiedene Mykotoxine produzieren. Die Fusarium-Mykotoxine Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZON) werden am häufigsten nachgewiesen. Sie kommen in Getreide und Mais vor. Andere Fusarium-Toxine sind Fumonisine in Mais und das T-2-Toxin, das in Hafer, Gerste und Heu zu finden ist.

Wovon hängt der Befall mit Feldpilzen ab?

Der Befall wird von der Witterung, wie dem Niederschlag zum Zeitpunkt der Getreideblüte und der Temperatur bestimmt. Durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Fungizideinsatz lässt sich der Befall reduzieren. Enge Getreide-Mais-Fruchtfolgen und infiziertes organisches Material auf dem Boden bei pflugloser Bodenbearbeitung begünstigen Fusarium-Infektionen.

2. Über Lagerpilze

Lagerpilze sind toleranter gegenüber Sauerstoffabschluss. Bei schlechter Verdichtung oder Entnahmetechnik durch die Luft in das Silo eintritt, kommt es zum Wachstum silagetypischer Schimmelpilze. Zudem wachsen Lagerpilze auch bei niedrigem Feuchtegehalt. Zu den typischen Lagerpilzen gehören Penicillium- und Aspergillusarten, deren Mykotoxin - das Ochratoxin A (OTA) - zu den häufigsten Lagertoxinen gehört. Aspergillus spp. ist zusätzlich in der Lage, Aflatoxine (AFL) zu bilden. Eine Kontamination von Futtermitteln mit mehreren Mykotoxinen ist demzufolge nicht auszuschließen.

Was passiert mit den Feldpilzen nach der Ernte?

Durch Ernte, Konservierung und Lagerung verändert sich die Mykoflora. Trocknung senkt die Wasserverfügbarkeit und führt zum Absterben der Feldpilze. Bei der Silierung verändert sich die Mykoflora mit der Verfügbarkeit von Sauerstoff. Unter diesen anaeroben Verhältnissen sterben Feldpilze schnell ab. Die im Erntegut durch die Feldpilze gebildeten Mykotoxine bleiben meist aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Stabilität erhalten!

Was sind Orientierungswerte zu Mykotoxingehalten?

Die Kommission der Europäischen Gemeinschaft hat 2006 Orientierungswerte zu Mykotoxingehalten für die Beurteilung der Eignung von Mischfuttermitteln erarbeitet (EG 2006/576). Diese Gehalte gelten als Orientierungswerte. Es können sich aber auch bereits weit unter diesen Gehalten ausgeprägte Schadensbilder beim Tier zeigen.

Tierart/-kategorieDONZEAOTAFumonisin
B1 + B2

(in μg/kg oder ppb bei 88 % Trockenmasse)

Sauen, Mastschweine900250505.000
Ferkel, Jungsauen900100505.000

Kälber (< 4 Monate), Lämmer

und Ziegenlämmer

2.000500 20.000
Milchkühe, weibliches Aufzuchtrind, Mastrind5.000500 50.000
Geflügel5.00050010020.000

Wenn Nutztiere mykotoxinhaltiges Futter fressen, können einige Mykotoxine oder ihre Zwischenprodukte über Milch oder Fleisch in die Nahrungsmittel für die menschliche Ernährung gelangen (“carry over”).

Wie viel Schimmelpilzgift ist schädlich?

In der EU gelten Höchstmengen für Aflatoxine in Futtermitteln. Für DON, ZON, Fumonisine, T-2 Toxin, und OTA sind Richtwerte festgelegt. Auf nationaler Ebene gibt es Orientierungswerte für DON und ZON in der Tagesration von Nutztieren. Diese liegen bei 5 (DON) bzw. 0,5 mg/kg Futter bei 88 % TM.

Die Gehalte der Mykotoxine DON, ZON, FUM, OTA und AFL lassen sich im Labor bestimmen. Die Bestimmung erfolgt mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC). Der Nachweis von T-2-Toxin ist durch immunochromatographische Analyse möglich. Dazu werden Teststreifen verwendet. Eine Kontamination von Futtermitteln mit mehreren Mykotoxinen ist demzufolge nicht auszuschließen.

Was tun bei durch Mykotoxine verursachten Problemen in Milchviehherden?

Nach Möglichkeit ist das kontaminierte Futter zu entsorgen. Ist dies nicht machbar, gilt es das Tier bei der Entgiftung zu unterstützen.

Das Spezialfuttermittel MycoBond bindet und deaktiviert die wichtigsten Mykotoxine. Es wirkt durch die Kombination verschiedener Wirkungsweisen:

  • Mykotoxine und Endotoxine werden durch spezielle Mineralien gebunden und unschädlich ausgeschieden
  • Bioproteine spalten Mykotoxine in ungiftige Abbauprodukte
  • Besondere Wirkstoffe stärken das Immunsystem und unterstützen die Leberfunktion
HefeMannan und Glukan als wesentliche Bestandteile der speziell aufgearbeiteten Hefe, binden Mykotoxine und Schadkeime (z.B. E.-Coli) in Magen und Darmtrakt
Bentonitmineralischer Bestandteil mit Toxinbinder-Funktion
Traubenkernemittels der antioxidativen Wirkung wird der Stoffwechsel vor allem in

Stresssituationen unterstützt

Krauternatürliche, schmackhafte Kräuter zur Forderung der Futteraufnahme
Viel Vitamin Efür ein stabiles Immunsystem
Algenkalkhochwertige Calciumquelle durch die polymorphe Struktur - speziell für

Stresssituationen geeignet

MycoBond wirkt durch die Kombination der verschiedenen Wirkungsweisen bei Belastungen mit:

Feldpilze

(Fusarium-Spezies)

Trichothecene (z.B. DON, T-2-Toxin), Zearalenon (ZEA), Fumonisine
Lagerpilz

(Aspergillus-Spezies)

Aflatoxine, Ochratoxin A
Lagerpilz

(Penicillium-Spezies)

Ochratoxin A
Mutterkorn

(Claviceps purpurea)

Mutterkorn-Alkaloide
Zerfallsprodukte von

Bakterien

Endotoxine

Welche Lösungen bietet JOSERA mir als Landwirt?

Die Auswirkungen von Mykotoxinen sind speziell bei Wiederkäuern äußerlich oft nicht zu erkennen: Mykotoxine können aber beim Wiederkäuer die Pansenfunktion stark beeinträchtigen (weniger Pansenbakterien daher weniger Pansentätigkeit, schlechtere TM-, ADF- und Stärkeverdaulichkeit) oder das Immunsystem schädigen. In Extremfällen können Mykotoxine auch zu Euter- und Gebärmutterentzündungen führen. Mykotoxine im Futter sind aber auch mitverantwortlich für einen erhöhten Gehalt an somatischen Zellen in der Milch.

In einer Milchvieh-Herde mit 3.200 Kühen (Leistung 9.700 kg Milch/a) wurden 800 μg DON und 38 μg ZEA in der Totalen Mischration analysiert. 53,4 % der Kühe waren an Euterentzündung erkrankt.

JOSERA MycoBond wurde anschließend wie folgt eingesetzt:

Trockenstehende Kühe und Geburtsvorbereitung80 g JOSERA MycoBond / Tag
Frischmelkende Kühe bis Tag 10120 g JOSERA MycoBond / Tag
Milchkühe ab Tag 1060 g JOSERA MycoBond / Tag

Mit JOSERA MycoBond konnte schon über einen Fütterungszeitraum von drei Monaten die Häufigkeit von Euterentzündungen um 30 % reduziert werden (Slowakei, 2011).

Einsatzempfehlung für MycoBond 

  • Milchvieh + Mastrinder
    • 100 g/Tier/Tag (500 – 1.000 ppb DON*)
    • 150 g/Tier/Tag (1.000 – 2.000 ppb DON*)
    • 50 – 100 g/Tier/Tag zur Vorbeuge
  • Kälber
    • 100 g/Tier/Tag (250 – 500 ppb DON*)
    • 150 g/Tier/Tag (500 – 1.000 ppb DON*)
    • 200 g/Tier/Tag (>1.000 ppb DON*)
    • 50 – 100 g/Tier/Tag zur Vorbeuge

*Die Einsatzmenge ist abhängig vom DON-Gehalt (Deoxynivalenol) als Leit-Toxin und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres.

Was habe ich von JOSERA MycoBond?

  • höhere Leistung und geringe Tierverluste
    • durch eine bessere Futteraufnahme und höhere Zunahmen
    • durch eine hohe Widerstandskraft
  • besserer Betriebserfolg
    • durch mehr Milchleistung und bessere Milchqualität (Zellzahl)
  • niedrigerer Futteraufwand
  • Absicherung der Fruchtbarkeit durch einen höheren Besamungserfolg

Fazit

Mykotoxine sind eine große und vielfältige Gruppe von natürlich vorkommenden Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen. Sie kommen in Mais, Getreide und Futtergräsern vor. Eine vollständige Entfernung von Schimmelpilzgiften aus der Produktionskette für Milcherzeugnisse ist nicht möglich.

Die Anwendung von HACCP-Konzepten (Hazard Analysis and Critical Control Point) beim Anbau, der Ernte, der Lagerung und beim Transport von Futtermitteln ist zu empfehlen, um die Belastung mit Mykotoxinen möglichst gering zu halten. Bei über den Richtwerten liegende Toxingehalten schränkt der Einsatz des Mykotoxinbinders MycoBond die negativen Auswirkungen auf die Tiergesundheit ein.

Sie haben weitere individuelle Fragen zum Thema Hitzestress oder suchen einen JOSERA Großhändler in Ihrer Nähe? Dann schreiben Sie uns einfach über das Kontaktformular. Wir helfen gerne weiter.

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